Vancouver Island - die ersten Wochen

Die ersten Wochen hier im Westen Kanadas sind mittlerweile vergangen. Der Sommer ist mittlerweile dem Herbst gewichen, die Farben der Waelder werden zunehmend bint und die Tage mit Regen nehmen zu.
British Columbia ist ein guter Platz. Bisher habe ich mich so ziemlich im westlichsten Zipel der Provinz aufgehalten. Die erste Woche habe ich in vancouver zugebracht und ein wenig die Stadt erkundet und ein paar Einkaeufe fuer die Fahrradtour gemacht. Dann bin ich mit der Faehre nach Vancouver Island gefahren. Eine schoene, grosse, wilde Insel vor der Westkueste. Das Rad hat gut mitgespielt und diese Form der Fortbewegung hat mir meist viel Bewunderung bei den gnadenlos uebermotorisierten Kanadiern eingebracht. Fuer die meisten ist die Idee sich nicht mit einem Megapickup fortzubewegen ziemlich fremd.
Zwei highlights der Insel waren die Della Falls und Flores Island. Die Della Falls sind nur recht umstaendlich zu erreichen. Aber wenn man dort ist wird man mit den hoechsten Wasserfaellen Kanadas belohnt und um diese Jahreszeit auch ungestoert von anderen Touristen. Zunaecht muss man zwei Tage ueber den Great Central Lake paddeln. Die Fahrt ist ziemlich schoen und am Ufer sieht man mit ein bisschen Glueck Schwarzbaeren, Weisskopfadler und alle moeglichen anderen Tiere. Mit noch mehr Glueck sieht man die Baeren waehrend der folgenden zwei Wandertage nicht aus zu grosser Naehe...
Fuer mich schon gewoenungsbeduerftig, mit dem Gedanken zu Wandern, Kochen, Schlafen, dass 'da draussen' Baeren lauern. Etwas umstaendlich ist es, dass man saemtliches Essen aus dem Zelt fernhalten muss, wenn man nicht von den palzigen genossen geweckt werden will. Alles was irgendwie mit Essen zu tun hat, also auch Toepfe, Geschirr, etc. muss man nach dem Essen in einen Baum haengen. Das ist gut, wenn man mal das Seil mit dem Karabiner ueber einen geeigneten Ast buchsiert hat. Aber das kann dauern...Da die Baeren clever, verfressen und verdammt gute Kletterer sind, muss man einen Platz finden, wo das Essen mindestens vier Meter hoch und ein-zwei Meter vom Stamm entfernt haengt. Aber die Ruhe und schoene Wildheit der Landschaft entschaedigt mich fuer diese Umstaende.
Flores Island ist eine kleine Insel vor der Westkueste von Vancouver Island. Man kommt dort mit dem Wassertaxi von Tofino aus hin. Tofino ist ein hotspopt fuer Surfe

r aus aller Welt. Daher gnadenlos ueberteuert und stets auf hippness ausgerichtet. Surfboard unterm Arm kommt da besser an als Fahrrad unterm Hintern. Daher bin ich schnell weiter um den 'Walk the Wildside' trail auf Flores Island zu erkunden.
Der Weg wurde von den auf der Insel lebenden Indians, First Nations oder auch Natives gemacht. Zu den ziemlich seltsamen, schwierigen und verkrampften Beziehungen zwichen dieser Bevoelkerungsgruppe und den 'White Canadians' viellcht an anderer Stelle mal mehr. Der Wanderpfad ist jedenfalls ziemlich genau, was ich mir erhofft hatte. Wunderbarer Regenwald mir riesigen, moosbehangenen Baeumen, Farnen und schoenen Abschnitten an einsamen Streanden. An einem dieser Strende habe ich mich dann fuer etwa eine Woche niedergelassen. Habe mein Zelt etwas geschuetzt vor Wind und den Wellen in die Duenen gestellt und habe meine Haengematte zwischen die Wurzeln von zwei an den Strand gespuelten Baeumen gehaengt. Von dem Lager aus habe ich dann die Umgebung erkundet, habe in die Ferne geschaut und mich mit dem alltaeglichen Dasein beschaeftigt. Ausser taglich frischen Spuren von Schwarzbaeren, Woelfen oder Pumas habe ich an dem Strand nur eine Gruppe von Kajakfahrern getroffen. Into the wild...
 

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